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Unsere Streuobstwiesen

 

Die Amterother (Amder) werden Quötschebüch (Zwetschgenbäuche) genannt, weil es auf den Streuobstwiesen viele Zwetschgenbäume gibt und den Einwohnern unterstellt wird, dass sie diese Zwetschgen im Übermaß essen. Unbestritten bleibt, daß sie ihren Namen ehrlich verdient haben.

Um 1890 wurde im Auftrag der Stadt Altenkirchen eine Wasserleitung von Herpteroth über die Gemarkung Amteroth bis hin nach Altenkirchen gebaut. Als Entschädigung erhielten die Amterother Bürger Obstbäume geschenkt, welche sie beidseitig an die Wege in Richtung Oberwambach und Altenkirchen pflanzten.

Vorwiegend zur Selbstversorgung wurden die hochstämmigen Obstbäume angepflanzt. Durch die Züchtung dieser Bäume war es möglich, den Unterwuchs als Mähwiese oder Viehweide zu nutzen, weil bei einer Stammlänge von mindestens 1,80m die Tiere den Bäumen nicht mehr schaden konnten, sie aber zugleich Schutz vor Sonne und Regen erhielten. Auf diese Weise war eine ideale Doppelnutzung möglich.

Rund um Amteroth, auf sogenannten Streuobstwiesen und entlang der Wegränder, wuchsen viele starke und großkronige Obstbäume .

So konnte im Herbst genügend Obst für den Winter als Vitaminvorrat eingelagert werden. Je nach Sorte hielten die Birnen und Äpfel bis in den nächsten Mai hinein. Die Zwetschgen wurden auf „Hördchen“ im Backes getrocknet und haltbar gemacht. Neben vielen Bauernhäusern stand oftmals ein großer Birnbaum. Die Früchte wurden z. B. im Spritzenhaus, neben der Dreschhalle, in einer gemeinsamen Kelter gepresst und danach in den Häusern zu „Kräutchen“ eingekocht.

In den 30er Jahren hielt der Einweckautomat mit den klassischen „Weckgläsern“ Einzug in die Haushalte und eröffnete so neue Möglichkeiten, das Obst vielfältig zu konservieren.

Wie viel Wert in Amteroth auf die heimischen Obstbäume gelegt wurde dokumentiert die Auswertung der Obstbaumzählung von 1913, wo folgende Bestände ermittelt wurden:

Apfelbäume
387
Birnbäume
72
Pflaumenbäume
366
Kirschbäume
36
Walnussbäume
6
Obstbäume insgesamt
867

Da die Obstbäume aus dieser Zeit aber zum größten Teil nicht mehr existieren, wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehr oder weniger für Nachwuchs gesorgt. So wurden in Amteroth ab Mitte der 80er Jahre der Obstanbau auf Hochstämmen in vielfältiger Weise gefördert:

Auf dem gemeindeeigenen Grundstück wurde 1985 beim Friedhof eine kleine Streuobstwiese angelegt. Der Hegering Altenkirchen verschenkte damals diese Bäumchen; die Gemeinde pflanzte sie.

Seit 1992 pflegen Mitglieder des Natur- und Umweltschutzvereins diese Bäume.

1995 erhielt Amteroth vom Land Rheinland-Pfalz den Sonderpreis für besondere ökologische Leistungen in der Gemeinde.

Das Preisgeld wurde in über 100 Obsthochstämmchen, jeweils mit Verbissschutz und Stützpfahl, die sich die Einwohner bestellen konnten, investiert. Der Umwelt- und Naturschutzverein gab hierbei Pflanz- und Pflegehinweise.

2004 erfolgte im Zuge des Zusammenlegungsverfahrens Gieleroth/ Oberwambach als Ausgleich für sonstige Eingriffe erneut eine Pflanzung zahlreicher Obsthochstämme. In Amteroth wurden entlang der Verlängerung des Hohlweges 16 Bäume gepflanzt.

Um den heimischen Obstbaumbestand auch für die Zukunft weiter zu sichern wurde von der Verbandsgemeinde Altenkirchen die Jahrhundertzählung ins Leben gerufen. Die Ortsgemeinde Gieleroth nimmt mit den einzelnen Ortsteilen an dieser Zählung teil.

Folgende Bestände wurden Ende September 2013 in der Gemarkung Amteroth ermittelt:

Apfelbäume
301
Birnbäume
43
Zwetschgenbäume
131
Pflaumenbäume
24
Walnussbäume
26
Süßkirschen
63
Sauerkirschen
4
Pfirsiche
16
Mirabellen
17
Quitten
5
Renekloden
5
Nektarinen
2
Elsbeere
1
Esskastanie
2
Speierling
3
Obstbäume insgesamt:
643

Von dem Gesamtbestand befinden sich 304 Bäume innerorts und 339 Bäume außerorts.

 

Als Dankeschön für die Teilnahme an der Jahrhundertzählung erhielten wir, genau wie Gieleroth und Herpteroth, am 28.03.15 die ersten 5 Obstbäume. Nach Vorgabe der Verbandsgemeinde wurden Löcher 100x100x60 cm ausgehoben und mit einem Drahtkorb, welcher aus Maschendraht gebogen wurde, ausgekleidet. Dieser dient als Wurzelschutz gegen Wühlmäuse. Auf diese Art pflanzen wir 2 neue Apfelbäume am Wirtschaftsweg zum Bismarckturm und 2 Apfel- und 1 Birnbaum am Wirtschaftsweg "Hohlweg". Diese wurden dann noch mittels Kokosstrick an Pfählen angebunden und gegossen. Trotz der schweren Arbeit freuen wir uns schon auf die nächsten 5 Bäume.

 

Das man aber auch Spaß und Interesse am eigenen Obst entwickeln kann versucht Andrea Bauer unter anderem den Kindern bei den Naturerlebnistagen näher zu bringen. Zusammen mit Benjamin Junge kümmert sie sich um die Pflege unserer Obstbäume, damit es zur Erntezeit einen guten Ertrag gibt. Für die Äpfel bietet jedes Jahr der Nabu, Altenkirchen die Möglichkeit diese pressen zu lassen und dafür im Gegenzug entsprechend Apfelsaft zu bekommen. Wer jedoch den Saft wirklich aus seinen eigenen Äpfeln haben möchte, der ist bei Benjamin Junge + Sarah Becker an der richtigen Adresse. Mit ihrer mobilen Saftpresse bieten sie die Möglichkeit den eigenen Apfelsaft zu bekommen. Dieser wird wie beim Nabu auch pasteurisiert und in Saftkartons zu 3, 5 + 10 Ltr. abgefüllt. Der Saft ist dann ungeöffnet ohne weiteres 1 Jahr haltbar.

Für alle Interessierten hier die Kontaktadresse:

Obstbaumpflege Junge / Mobile Saftpresse

Benjamin Junge / Sarah Becker
Hohlweg 3
57610 Amteroth

Mobil:0170/3838689

Mail:info(at)obstbaumpflege-junge.de

Info-Flyer (Mobile Saftpresse)

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